Die Fliesen rund um die Badewanne sind eine eigene Reinigungssituation. Nicht schwieriger als der Rest des Bades – aber anders. Hier treffen Kalk, Seifenfilm, Körperpflegeprodukte und Feuchtigkeit auf eine Oberfläche, die regelmäßig nass wird und langsam trocknet. Und dann ist da noch die Silikonfuge, die den Übergang zwischen Wanne und Fliese abdichtet – ein Bereich, der sich hartnäckig verfärbt und auf normale Reinigungsmittel kaum reagiert.
Wer die Badewannenumrandung wirklich sauber bekommen will, muss Fliesen und Silikon getrennt betrachten. Denn was dem einen hilft, schadet dem anderen.
Die Fliesen rund um die Badewanne reinigen
Auf den Wandfliesen direkt über und neben der Badewanne sammeln sich vor allem Kalk und Seifenreste. Beides zusammen bildet den typischen weißlich-trüben Belag, der sich mit normalem Wischen kaum entfernen lässt.
Hier gilt dasselbe Prinzip wie bei Duschfliesen: zuerst einweichen, dann abnehmen. Einen milden Kalklöser oder verdünnte Zitronensäure auf die betroffenen Stellen auftragen, zwei bis fünf Minuten einwirken lassen, dann mit einem weichen Tuch oder einer weichen Bürste abarbeiten. Danach gründlich mit klarem Wasser abspülen und trockenreiben – sonst entstehen sofort neue Wasserflecken.
Bei Fliesen mit rauer oder matter Oberfläche hilft eine weiche Fugenbürste auch auf der Fliesenoberfläche selbst, um eingesessene Rückstände aus der Struktur zu lösen.
Ein Dampfreiniger ist für die Wandfliesen rund um die Wanne besonders praktisch: Er kommt ohne Chemie aus, löst Kalk und Seifenfilm zuverlässig und macht das anschließende Abwischen einfach.
Die Silikonfuge – der eigentliche Problembereich
Die Silikonfuge zwischen Wanne und Fliese ist dauerhaft feucht, schlecht belüftet und hat eine leicht poröse Oberfläche. Das macht sie zum idealen Ort für Schimmel, Verfärbungen und eingelagerte Seifenreste.
Wichtig zu wissen: Silikon verträgt keine aggressiven Lösungsmittel, keine Scheuermittel und keinen dauerhaften Säurekontakt. Wer die Silikonfuge mit Essig oder starken Reinigern bearbeitet, riskiert, das Material anzugreifen – was die Fuge porös macht und das Problem langfristig verschlimmert.
Was bei Silikonfugen funktioniert:
Natron-Paste – Natron mit etwas Wasser zu einer Paste anrühren, auf die Fuge auftragen, 15 bis 30 Minuten einwirken lassen, dann mit einer alten Zahnbürste oder weichen Bürste abarbeiten. Natron ist mild genug für Silikon und wirkt gleichzeitig gegen leichte Verfärbungen und Seifenreste.
Backpulver und Spülmittel – eine ähnliche Wirkung wie Natron, aber mit etwas mehr Schaumwirkung, die hilft, Rückstände zu lösen.
Spezieller Silikonreiniger – für hartnäckige Verfärbungen gibt es im Baumarkt Produkte, die gezielt für Silikonfugen entwickelt wurden. Sie sind schonender als Allzweckreiniger und effektiver bei eingesessenen Rückständen.
Bei dunklen Verfärbungen oder Schimmel in der Silikonfuge stoßen Reinigungsmittel schnell an ihre Grenzen. Schimmel dringt in das Silikonmaterial ein und lässt sich von außen nicht mehr vollständig entfernen. In dem Fall ist das Erneuern der Fuge die einzig dauerhafte Lösung – was sich in den meisten Fällen als Heimwerkerarbeit mit einem Nachmittag Aufwand erledigen lässt.
Regelmäßige Pflege verhindert den größten Aufwand
Die Badewannenumrandung gehört zu den Bereichen, die von kurzen, regelmäßigen Reinigungen deutlich mehr profitieren als von gelegentlichen Grundreinigungen. Wer nach dem Baden kurz die Fliesen abzieht oder mit dem Duschkopf abspült, verhindert, dass Kalk und Seifenfilm eintrocknen und sich festsetzen.
Die Silikonfuge nach dem Baden kurz trockentupfen – nicht aufwendig, aber wirkungsvoll. Je weniger Restfeuchtigkeit dauerhaft auf dem Silikon liegt, desto langsamer entstehen Verfärbungen.
Fliesen und Silikon haben unterschiedliche Bedürfnisse, aber dasselbe Prinzip gilt für beide: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Wer die Umrandung einmal pro Woche kurz mitpflegt, spart sich die aufwendige Grundreinigung alle paar Monate.